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MAZ (06.12.2016) - Neue Wege für Waldblick

MAZ (06.12.2016) - Neue Wege für Waldblick

Neue Wege für Waldblick

Seit Monaten liegen Anwohner, Verwaltung und Gemeindevertreter wegen des Verkehrskonzepts für Mahlow-Waldblick im Clinch. Alexander Korsch wollte diesen Zustand nicht länger hinnehmen und hat seine Gedanken und Ideen in einem Konzept niedergeschrieben. Dafür gab es im Bauausschuss nun viel Zustimmung.

Mahlow. Manchmal muss es erst schlimm werden, bevor es besser werden kann. Für Alexander Korsch war es am 3. November so weit. Im Bauausschuss stand das Verkehrskonzept für Mahlow-Waldblick auf der Tagesordnung. Die Gemeinde möchte einen Großteil der Straßen ausbauen. Zuvor soll geklärt werden, welche Funktion jede einzelne Straße hat. Daran entscheide sich etwa, ob es später einen Gehweg geben soll oder nicht.

Diskussion „Paradebeispiel für Politikverdrossenheit“

Doch der Bauausschuss konnte sich zu keiner Entscheidung durchringen. „Das war ein Paradebeispiel für Politikverdrossenheit“, erinnert sich Alexander Korsch. Der Waldblicker hat genug vom Stillstand in der Gemeinde und deswegen Vorschläge für ein Verkehrskonzept vorgelegt. Als er dieses am Donnerstag im Bauausschuss vorstellte, erntete er allgemeine Anerkennung. „Ich bin dafür, etwas zu schaffen, anstatt nur zu blockieren“, sagte der 52-Jährige.

Einige Anwohner der Marienfelder Straße hätten ihm nach der Sitzung angeboten, die Vorschläge zu diskutieren. Dort waren die Vorbehalte besonders groß, weil sowohl die Verwaltung als auch Korschs Vorschläge fordern, die Marienfelder und die Hubertusstraße wieder miteinander zu verbinden. Anlieger fürchten, dass künftig mehr Autofahrer dort entlang statt über die holprige Arco-Straße fahren könnten. Doch auch für diesen Fall will Korsch „Gegenmaßnahmen“ treffen. So könnte in der Mitte der Marienfelder Straße eine Begegnungszone entstehen – mit Aufpflasterungen, Schikanen und anderen Verkehrsberuhigungen. Um keine endlose Diskussion über die Kosten für die Anlieger aufkommen zu lassen, sollen alle Waldblicker den gleichen Preis pro Quadratmeter Grundstück bezahlen. „So kommt kein Neid auf“, sagte Korsch.

Korsch: Unbefestigte Wege ungeeignet für Kinderwagen und Rollatoren

Für ihn steht fest: „Es muss eine Entscheidung her. So wie es jetzt ist, geht es nicht mehr.“ Familien mit Kinderwagen, Ältere mit Rollatoren und Rollstühlen könnten nicht dauerhaft auf unbefestigten Straßen laufen. „Geh- und Radwege sind Schutzräume für schwächere Verkehrsteilnehmer“, sagte er. Es gehe ihm keineswegs um eine Luxussanierung. „Im Gegenteil. Viele Waldblicker wollen vernünftige Straßen zu niedrigen Kosten.“

Marion Dzikowski, die stellvertretende Bürgermeisterin und amtierende Bauamtsleiterin, bewertete Korschs Vorschläge positiv und sagte zu, diese nun aus planerischer Sicht prüfen zu lassen. Sie sprach sich gegen den Vorschlag des sachkundigen Einwohners Wolfgang Bernhardt aus, die von Alexander Korsch gemachten Vorschläge im kleinen Kreis einer Arbeitsgruppe zu diskutieren. Dies widerspreche dem von der Kommunalaufsicht geforderten Öffentlichkeitsprinzip. „Straßenbauleitfaden und Prioritätenliste sind auch in einer AG entstanden, aber wenn ein Bürger aufsteht, will sich niemand daran halten.“ Sabine Plettner-Mozuch schlug ein überfraktionelles Treffen noch vor Weihnachten vor. Sie hofft, dass Bauausschuss und Gemeindevertretung im Februar über das Verkehrskonzept für Waldblick entscheiden. Roland Scharp (Linke) dämpfte Hoffnungen auf eine neue Regelung der Anwohnerbeiträge. „Als Gemeinde müssen wir uns an die restriktiven Festlegungen des Landes Brandenburg halten.“

Von Christian Zielke

 

Eintrag vom: 06.12.2016